Insektenstiche im Sommer- Wissenswertes um die Allergie

Es ist Sommer, man ist draußen und läuft über eine Wiese oder isst draußen und- zack! Schon ist es passiert. Insektenstiche sind unangenehm und im Sommer leider keine Seltenheit. Doch woran erkennt man einen Notfall? Und was ist in einem solchen zu tun?

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Man muss über Allergien wissen, dass es Überempfindlichkeitsreaktionen des Körpers auf einen Stoff sind. Das heißt, dass er nach dem ersten Kontakt Antikörper gegen diesen Stoff entwickelt. Der erste Stich ist also im Allgemeinen (wobei hier natürlich Ausnahmen gelten können!) kein größeres Problem. Beim zweiten Stich kommt es dann zur Intoleranzreaktion, wenn der Körper Antikörper entwickelt hat und nun in übergroßen Mengen den Stoff Histamin ausschüttet. Dies kann zu verschiedenen Symptomen wie Schmerzen, allgemeinem Krankheitsgefühl, Atemnot, Übelkeit und Erbrechen, Schwellungen, vor allem auch der Schleimhäute, und vielen anderen, führen.

Bei schweren Allergikern kann es zu einer anaphylaktischen Reaktion mit Gesamtkörperschwellung, Atemnot und Fieber kommen. Dies kann bis zum anaphylaktischen Schock gehen!

Es handelt sich hierbei um einen lebensbedrohlichen Notfall, der den sofortigen Notruf erfordert. Eine solche Reaktion sollte man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen!

Hiervon abzugrenzen sind Lokalreaktionen. Jeder, den schon einmal ein Insekt gestochen hat, weiß, dass selbst ein Mückenstich ziemlich große Ausmaße annehmen kann, wenn er z. B. an einer ungünstigen Stelle ist.  Doch wenn dieser außer einem Juckreiz oder, im Fall von Bienen, Wespen und Co., leichtere, lokal begrenzte Schmerzen, keine weiteren Symptome auslöst, handelt es sich um eine normale Reaktion, die in einigen Tagen abklingen und verschwinden sollte. Wenn sich der Stich, evtl. noch mit einer Rötung und Überwärmung, natürlich immer mehr ausdehnt, ist auch hier der Gang zum Arzt angeraten.

Man kann nun einen positiven Pricktest (Hauttest auf Allergene) auf Insektengifte haben. Wenn diese aber ohne entsprechende Symptome in der Anamnese (Vorgeschichte des Patienten) sind, muss man hier jedoch nicht zwingend behandeln. Ein Sprichwort in der Medizin sagt: Wir behandeln Menschen, keine Laborwerte. Denn diese, wie auch bildgebende Verfahren, fördern oft Dinge zu Tage, die dem Patienten weder klar waren, noch ihm Probleme bereiten. Diese dann zu behandeln wäre demnach überflüssig, da man nur Krankheiten behandeln sollte, die dem Patienten auch Probleme bereiten.

Sollten Sie nun aber doch eine echte Allergie haben, dann sollten Sie von Ihrem Arzt eine Notfallapotheke verschrieben bekommen. Diese enthält im Allgemeinen einen Stauschlauch und zwei Fläschchen mit Medikamenten, eventuell auch einen Notfall-Spritzen-Stift.

Sie sollten die Notfallapotheke zu jeder Zeit bei sich tragen.

Im Notfall wird die Gliedmaße, an der das Insekt zugestochen hat (also Arme oder Beine, natürlich nicht der Kopf) mit dem Stauschlauch abgeschnürt, damit sich das Gift nicht weiter im Körper ausbreiten kann. Danach werden die beiden Medikamente (ein Antiallergikum gegen das Histamin und ein Chortisonpräparat gegen das Anschwellen der Schleimhäute, was zu lebensbedrohlicher Atemnot führen kann) so schnell wie möglich eingenommen.

Wichtig ist auch, dass sie umgehend einen Rettungswagen rufen und Freunde und Kollegen informieren, was im Notfall zu tun ist, sollten Sie nicht mehr in der Lage sein, diese Maßnahmen selber zu ergreifen.

Wie allgemein bekannt ist, sind Insecream-puff-200432_1920ktenstiche im Mund- und Rachenraum auch ohne Allergie ein Notfall, der notwendig macht, sofort einen Krankenwagen zu rufen. Denn wo ein Stich an der Hand oder ähnlichem kein Problem ist, kann die damit einhergehende Schwellung im Mund- und Rachenraum zu einem Verlegen der Atemwege, damit zu Atemnot und im schlimmsten Fall zum Ersticken führen.

Besondere Vorsicht ist daher beim Essen und Trinken im Freien geboten und sollte man gestochen werden, ist dies ein Notfall und man sollte sofort einen Arzt aufsuchen.

Wenn man aber beim Picknicken im Freien Vorsicht walten lässt (es gibt z.B. auch extra sommerliche Becher mit Deckeln) und beim Gang durch die Wiese die Augen offen hält, kommt man hoffentlich unfallfrei durch den Sommer.

Für Allergiker ist die gute Nachricht: manchmal verwachsen sich diese Allergien im Laufe des Lebens wieder. Ansonsten sind auch Hyposensibilisierungen möglich. (Bitte beachten Sie dazu unseren nächsten Blogbeitrag). Die Notfallapotheke sollte man aber zur Sicherheit lebenslang bei sich tragen.

In diesem Sinne: kommen Sie gut durch den Sommer!