Nahrungsmittelallergien: Ihre Ernährung bereitet Ihnen Bauchschmerzen?

Viele haben sich auch dieses Jahr wihealthy foodeder vorgenommen, gesünder zu leben und legen dabei einen besonderen Schwerpunkt auf eine ausgewogene Ernährung. Dabei stehen meistens große Veränderungen auf dem Plan. Warum eine drastische Ernährungumstellung im Einzelfall zu Bauchschmerzen führen kann, erklärt dieser Blogbeitrag.

Grundsätzlich ist der Vorsatz, sich gesünder zu ernähren, sehr begrüßenswert. Doch bei einer unerkannten Nahrungsmittelallergie kann eine Ernährung, die besonders auf frisches Obst und Gemüse setzt, zu Problemen führen. Denn je naturbelassener das Allergen (das ist die Allergie auslösende Substanz in einem Nahrungsmittel), umso stärker ist seine Potenz, d.h. umso ausgeprägter die Reaktion. Dies beruht darauf, dass Allergene teilweise durch Bearbeitung wie Kochen denaturiert, also in ihrer chemischen Form verändert werden. Dadurch sind sie weniger stark. Es kann einem folglich passieren, dass man ein Gemüse bisher in gekochter Form vertragen hat, es als Rohkost aber durchaus Probleme wie ein unangenehmes Brennen und Jucken im Mund- und Rachenraum, Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall oder Erbrechen auslösen kann.

Ein weiterer Faktor, den man bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten immer bedenken sollte, ist die Verwendung von Gewürzen. Viele Diäten und Ernährungsrichtungen werben damit, den Fettstoffwechsel durch, u.a. scharfe Gewürze anzukurbeln. So können bei einer Ernährungsumstellung Symptome auch durch vorher nicht verwendete Gewürze auftreten, die dann leicht vergessen werden und daher manchmal für den Arzt schwerer zu ermitteln sind, als manch offensichtlicheres Allergen (wie z.B. ein bestimmtes Gemüse). Ein weiteres Problem, dass auch für den Patienten schwer zu überblicken ist, stellt sich bei der Verwendung von Gewürzmischungen zum Kochen, da hier oft nicht oder nur schwierig herauszufinden ist, welche und in welchem Anteil Allergene vorhanden sind, bzw. welches schlussendlich die Allergie bedingt. Auch Süßungsmittel oder Zusätze in vielen Lebensmitteln, wie z.B. Pektin in Marmeladen, sind Auslöser, die oft erst nach langer Suche auffallen, da sie meist nicht in den Fokus der Suche gerückt werden.herbs

Da Symptome einer Nahrungsmittelallergie sich sehr vielfältig darstellen (so auch als Kopf- und Gliederschmerzen oder akuter Neurodermitisschub bei vorheriger Erkrankung) und außerdem bis zu 72h verzögert auftreten können, werden Speisen und Getränke manchmal gar nicht als Ursache der Probleme wahrgenommen.

Eine weitere Schwierigkeit bei der Erkennung von Allergien kann sein, dass diese zwischendurch auch „stumm“ verlaufen können. Es kann also sein, dass nach einer Phase, in der man das entsprechende Nahrungsmittel gut vertragen hat, die Unverträglichkeit wieder aufflammt. Auch kann es erst durch Kombination von mehreren mäßigen Unverträglichkeiten (z.B. wenn Apfel und Karotte allein vertragen, zusammen aber nicht vertragen werden), oder in Zusammenhang mit Stress oder einem Infekt zu einer Reaktion kommen. Das Zusammenspiel mehrerer Allergene hängt dann auch oft von der sogenannten Kreuzallergie ab, d.h. dass verschiedene Allergene aus verschiedenen Lebensmitteln aufgrund von Ähnlichkeiten eine Reaktion auslösen können. Dies kann sich entweder so zeigen, dass eine Allergie so stark ist, dass man auch kreuzreaktive Lebensmittel nur mäßig verträgt, oder dadurch, dass die Kombination von mäßigen Allergenen zusammen eine starke Reaktion auslöst, da sich die Potenzen addieren.

Aus all diesen Punkten ergibt sich, dass Allergien in ihrer Erscheinungsform so komplex und individuell und situationsbezogen variabel auftreten können, dass eine eindeutige Zuordnung oft erst nach ausführlicher Diagnostik möglich ist. Dies führt oft dazu, dass Allergien nicht erkannt werden und Patienten eine wahre Odysee bei Ärzten durchmachen, ohne dass die Ursache der Beschwerden gefunden werden kann. Hier empfiehlt sich, je nach Schwere der Symptome und Einschränkung der Lebensqualität eine ausführliche Allergiediagnostik. Dazu bietet sich besonders die Bestimmung von spezifischem IgE im Blut mittels RAST-Test an. Gegebenenfalls ist auch das Führen eines Ernährungstagebuchs sinnvoll, um versteckte Allergene oder Zusammenhänge herausfinden zu können. Die Diagnostik einer komplexen Lebensmittelallergie kann sich trotz aller Bemühungen hinziehen, lohnt sich natürlich aber bei starken Symptomen unbekannter Quelle.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist grundsätzlich einer der wichtigsten Bestandteile einer gesunden Lebensführung und trägt dazu bei, das Risiko von Krankheitsentstehung zu vermindern.

Wir hoffen, Ihnen schlägt Ihre Ernährung nicht auf den Magen und wünschen guten Appetit!