Plätzchen – ein Beispiel für saisonale Lebensmittelallergien

cookies-210718_1920Jetzt ist es endlich wieder soweit: die schönste Zeit des Jahres ist da. Geschenke werden gekauft, Tannenbäume und Adventskränze werden geschmückt- und Plätzchen werden gebacken. Doch die bekommen nicht jedem! Erfahren Sie in diesem Blogbeitrag, woran Sie eine Lebensmittelallergie erkennen und was zu tun ist!


In Plätzchen werden oft Gewürze verwendet, die sonst selten zum Einsatz kommen. Manchmal ist nicht mal klar erkennbar, was und in welcher Menge z.B. in Lebkuchengewürzmischungen enthalten ist. Außerdem enthalten Plätzchen oft Nüsse, was nicht immer sofort erkennbar ist, z.B. bei Vanillekipferln. Daher sind allergische Reaktionen nicht selten. Doch woran erkennt man, ob man allergisch sein könnte oder einem schlecht ist, weil man zu viele davon gegessen hat?

Allergien werden in vier Typen unterteilt: den Sofort-Typ, den zytotoxischen Typ, den Immunkomplex-Typ und den verzögerten Typ. Bei Nahrungsmitteln ist nur der erste Typ wichtig. Beim Soforttyp wird vom Körper gegen eigentlich harmlose Bestandteile der Nahrung (in diesem Fall Antigen genannt) Antikörper entwickelt. Diese sind vom Typ Immunglobulin E und werden daher IgE-Antikörper genannt und die ganze Reaktion als IgE-vermittelt bezeichnet. Kommt man also nach einer Sensibilisierung zum zweiten Mal mit dem Antigen in Kontakt, binden die IgE-Antikörper das Antigen und führen zu einer Freisetzung von Histamin aus Mastzellen. Diese sind Immunzellen, die eigentlich den Körper vor schädlichen Substanzen schützen sollen, aber durch eine vorherige Sensibilisierung auch auf eigentlich harmlose Antigene reagieren können. Bei Allergien handelt es sich also um eine Intoleranzreaktion des Immunsystems.

Die Symptome können dabei verschieden sein und je nach Stärke der Allergie von leichtem Unwohlsein bis hin zum anaphylaktischen Schock gehen, der einen lebensbedrohlichen Notfall darstellt.

Falls man direkt nach Genuss einer Speise ein Kribbeln und Brennen im Mund- und Rachenraum verspürt, sollte man an eine Allergie denken. Diese Symptome zeigen sich meist schnell nach dem Essen, da die Antigene über den ersten Kontakt mit Mund und Rachen schnell lokale Reaktionen verursachen können. Dies kann bei schweren Allergien auch eine Schwellung hervorrufen, also sollte man auch bei Atemnot an eine allergische Reaktion denken. Da durch die Schwellung die Atemwege verlegt werden können, sollte man bei solchen Anzeichen dringend und umgehend einen Arzt aufsuchen!

Für systemische Reaktionen braucht der Körper etwas länger, da die Antigene erst im Darm resorbiert werden und dann erst im Blut auf die Immunzellen treffen. Daher sollte man auch an eine Allergie denken, wenn man ungefähr eine Stunde nach dem Essen Übelkeit verspürt oder sogar mit Erbrechen und Durchfall zu kämpfen hat. Diese sollte dann nicht länger als maximal ein paar Stunden anhalten, sonst kann natürlich auch ein Infekt dafür verantwortlich sein. Auch Herzrasen und Schweißausbrüche können Zeichen einer Allergie sein. Im schlimmsten Fall kein bei einer Allergie immer eine Anaphylaxie entstehen. Sollte man also mit starken Schwellungen und Rötungen, Hautausschlägen mit oder ohne Juckreiz, Magen-Darm-Problemen und Herzrasen oder sogar Kreislaufkollaps reagieren, ist nicht nur umgehend ein Arzt aufzusuchen, sondern auch eine anschließende Diagnostik nach Abklingen der Symptome dringend erforderlich!

Zur Diagnostik kann ein (RAST-)Bluttest gemacht werden, ein Prickhauttest oder ein Provokationstest (und noch einige weitere).

(Wie diese genau funktionieren entnehmen Sie bitte unserem bald erscheinenden Beitrag: Allergiediagnostik.)

 

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Man sollte also bei Unwohlsein nach dem Essen nicht nur daran denken, ob man zu viel genascht hat, sondern auch darauf achten, ob es nach bestimmten Speisen immer passiert. Wir hoffen allerdings, dass Ihnen die Plätzchen gut bekommen und wünschen eine schöne und besinnliche Adventszeit!